Scout
Net

Information für Funkamateure

Liebe YLs und OMs!

das Jamboree-On-The-Air (JOTA) ist ein wesentlicher Bestandteil des weltweiten Pfadfindertreffens JOTA-JOTI. Einmal im Jahr kommen Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus aller Welt über die Amateurfunkbänder miteinander in Kontakt. Dabei lernen sie andere Gruppen, Länder und Kulturen kennen und entdecken die vielfältigen Möglichkeiten des Amateurfunks.

Das JOTA ist ausdrücklich kein Contest! Im Mittelpunkt stehen nicht möglichst viele QSOs, sondern persönliche Begegnungen, gegenseitiges Kennenlernen und der gemeinsame Spaß am Funken.

Weltweit nehmen über eine Million Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus zahlreichen Ländern teil. Sie als Funkamateur leisten einen wichtigen Beitrag dazu, diese internationale Begegnung zu ermöglichen und jungen Menschen den Amateurfunk näherzubringen.

Vorbereitung und Zusammenarbeit

Wir gehen davon aus, dass Sie das JOTA gemeinsam mit den Pfadfinderinnen und Pfadfindern sowie deren Gruppenleitungen vorbereiten. Die Gruppenleitungen verfügen über weitere Informationen zum Ablauf des JOTA-JOTI und zu den Aktivitäten vor Ort.

Bringen Sie Ihre funktechnischen Erfahrungen ein und stimmen Sie die Planung mit der Gruppe ab. Ziel sollte es sein, die Jugendlichen aktiv einzubeziehen, ihnen die Technik verständlich zu erklären und ihnen einen möglichst unmittelbaren Einblick in den Amateurfunk zu ermöglichen.

QSOs: Begegnungen statt Rekorde

Die Funkgespräche sollten sich in erster Linie um die Pfadfinderinnen und Pfadfinder, ihre Gruppen und ihre Aktivitäten drehen. Ihre Gruppe kann dabei viel über sich selbst, ihre Arbeit und die Pfadfinderbewegung erzählen. Ebenso spannend ist es, mehr über die Menschen am anderen Ende der Funkverbindung zu erfahren.

Das Kennenlernen der Pfadfindergruppen untereinander ist das eigentliche Ziel des JOTA. Ein ausführliches QSO von 30 Minuten, bei dem sich zwei Gruppen wirklich kennenlernen, ist deshalb oft wertvoller als zehn kurze Verbindungen von jeweils drei Minuten.

Ermutigen Sie die Jugendlichen, selbst Fragen zu stellen, von ihren Erlebnissen zu berichten und Gemeinsamkeiten wie Unterschiede zu entdecken. Unterstützen Sie sie dabei, Gesprächspartner zu finden und mögliche Sprachbarrieren zu überwinden.

Logbuch und QSL-Karten

Bitte kennzeichnen Sie im Logbuch eindeutig alle Funkverbindungen mit Pfadfinderstationen. Diese Angaben sind für die Dokumentation und Auswertung der Aktivitäten Ihrer Gruppe wichtig.

Regen Sie nach Möglichkeit an, dass Ihre Pfadfindergruppe eine eigene QSL-Karte entwirft und gestaltet. Eine selbst gestaltete Karte ist nicht nur eine Bestätigung der Funkverbindung, sondern auch ein bleibendes Erinnerungsstück an das JOTA und an die Gruppen, mit denen die Jugendlichen Kontakt hatten.

Beraten Sie die Gruppe bei der Gestaltung und achten Sie darauf, dass alle erforderlichen Angaben enthalten sind, insbesondere Rufzeichen, Datum, Uhrzeit, Frequenz oder Band und Betriebsart. Stimmen Sie die weitere Vermittlung der Karten mit der zuständigen QSL-Vermittlung ab.

Funkbetrieb und Verantwortung

Auch während des JOTA gelten selbstverständlich alle gesetzlichen und betrieblichen Vorschriften für den Amateurfunk. In Deutschland darf der Funkverkehr grundsätzlich nur im Rahmen der geltenden Regelungen und unter der Verantwortung entsprechend berechtigter Funkamateure durchgeführt werden.

Die Jugendlichen sollen den Amateurfunk möglichst unmittelbar erleben und sich aktiv beteiligen können. Ob und in welchem Umfang nicht lizenzierte Pfadfinderinnen und Pfadfinder selbst sprechen oder den Funkbetrieb praktisch erproben dürfen, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Bestimmungen und den Bedingungen der verwendeten Station.

Als verantwortlicher Funkamateur müssen Sie jederzeit die Einhaltung dieser Bestimmungen sicherstellen. Nicht lizenzierte Jugendliche dürfen nicht eigenständig und ohne die erforderliche Aufsicht Funkverbindungen abwickeln. Besprechen Sie vor Beginn der Aktivität, welche Beteiligungsmöglichkeiten zulässig sind, und dokumentieren Sie den Funkbetrieb entsprechend den geltenden Vorschriften.

Prüfen Sie außerdem, ob sich durch den Einsatz eines Ausbildungsrufzeichens zusätzliche Möglichkeiten ergeben, die Jugendlichen unter geeigneten Rahmenbedingungen an den Amateurfunk heranzuführen.

Gemeinsam den Amateurfunk erlebbar machen

Das JOTA bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Begeisterung für den Amateurfunk mit den Werten der Pfadfinderbewegung zu verbinden: Gemeinschaft, Offenheit, gegenseitiges Verständnis und internationale Freundschaft.

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihre Begeisterung für unser Hobby weiterzugeben. Geben Sie den Jugendlichen Raum zum Entdecken, Fragenstellen und Ausprobieren – und helfen Sie ihnen, aus einer Funkverbindung eine echte Begegnung zu machen.

Konversation und Anruf-Frequenzen

Der allgemeine Anruf für JOTA-Stationen lautet „CQ Jamboree“. Besondere Zusätze zum Rufzeichen, wie beispielsweise „DK0BS/Jamboree“ (gesprochen: „DK0BS Strich Jamboree“), sind in Deutschland nicht zulässig!

Während des QSOs sollten Sie immer wieder darauf hinweisen, dass Sie eine am JOTA beteiligte Station sind. So können andere Stationen, die über das Band drehen, Sie als JOTA-Station erkennen und gezielt anrufen.

Bitte denken Sie daran, dass auch Funkverbindungen mit Nachbarländern innerhalb Europas für die Pfadfinder ein besonderes Erlebnis sein können. Nicht die technische Ausstattung Ihrer Station soll bei den Pfadfindern im Vordergrund stehen, sondern die Möglichkeit, mit anderen Pfadfindergruppen in Kontakt zu treten und mehr über deren Kultur und Pfadfinderleben zu erfahren.

Wenn dies gelingt, kann die Begeisterung für den Amateurfunk so groß werden, dass einige Teilnehmer selbst eine Amateurfunklizenz erwerben möchten und beim nächsten JOTA bereits als lizenzierte Funkamateure aktiv sind. Dies unterstützen wir besonders durch unser Projekt "Funken-Lernen".

Bereits vor dem JOTA können Sie über Packet-Radio weitere Informationen abrufen. In der Rubrik „SCOUTS“ erscheinen schon Wochen vor dem JOTA Meldungen über geplante Aktivitäten und Skedwünsche der Pfadfindergruppen.

Jeden dritten Mittwoch im Monat treffen sich Pfadfinder aus Deutschland um 20.00 ME(S)Z über Packet-Radio auf DB0EAM („Ping-Pong“) im Kanal 36 zu einer gemeinsamen Runde. Auch dort können Sie weitere Auskünfte erhalten.

Als besondere Anruffrequenzen für Pfadfinder – nicht nur während des JOTA – wurden folgende Frequenzen vereinbart:

Band Sprechfunk (SSB) Telegrafie (CW/Morse)
80 m3,690 MHz3,570 MHz
40 m7,090 / 7,190 MHz7,030 MHz
20 m14,290 MHz14,060 MHz
17 m18,140 MHz18,080 MHz
15 m21,360 MHz21,140 MHz
12 m24,960 MHz24,910 MHz
10 m28,390 MHz28,180 MHz
6 m50,160 MHz50,160 MHz

WAG-Contest und JOTA

Parallel zum JOTA findet seit vielen Jahren der Worked All Germany (WAG) Contest statt. In Gesprächen zwischen dem DX-Referat als Veranstalter des Contests und Vertretern der Pfadfinder wurde der contestfreie Bereich während des WAG erweitert. Dadurch sollen sich die beiden Veranstaltungen besser entzerren lassen und gegenseitige Beeinträchtigungen möglichst vermieden werden.

Die Teilnehmer des WAG-Contests werden um besondere Rücksichtnahme auf die JOTA-Stationen gebeten. Gleichzeitig sollten die JOTA-Stationen die Gelegenheit nutzen, interessierten Pfadfindern auch die Möglichkeiten und den Reiz des Contestbetriebs näherzubringen.

WAG Contest freie Bereiche:

160m 80m 40m 30m 20m  
komplett frei
auch Klasse E mit 100W
(kein offizielles JOTA-Band)
3.650 - 3.700
auch Klasse E mit 100W
7.080 - 7.140
max 250W ERP
(nicht in allen Ländern erlaubt)
komplett frei
kein SSB
(kein offizielles JOTA-Band)
14.100 - 14.125
14.280 - 14.350
Mhz
17m 15m 12m 10m 6m 2m  
komplett frei
(kein offizielles JOTA-Band)
21.350 - 21.450
auch Klasse E mit 100W
komplett frei
(kein offizielles JOTA-Band)
28.225 - 28.400
auch Klasse E mit 100W
50.1 - 52.0 (SSB/CW)
(25W ERP und horizontale Antennen)
(kein offizielles JOTA-Band)
komplett freiMhz

Bitte die Bandpläne beachten:

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Freude mit den Pfadfindern beim JOTA!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement! Vy 73!

Die JOTA-Koordinatoren