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Geschichte der Wölflingsstufe

Wolfkopf

Ein Auszug aus Baden-Powells "The Wolf Cubs Handbook" erschienen 1917

Im Jahre 1907 wurde die große Bruderschaft der Pfadfinder geboren und sie entwickelte sich zu einem großen Spiel für Knaben... Einige Jahre gingen um. Da begann den Pfadfinderführern aufzufallen, daß sich eine Menge kleinerer Jungen vor den Türen der Pfadfinderheime ansammelten und mit sehnsüchtigen Augen hineinschauten... Diese Jungen fragten die Führer: "Dürfen wir auch Pfadfinder werden?" Darauf antworteten die Führer:"Nein, ihr seid noch zu jung, macht, daß ihr fortkommt!" Aber sie liessen sich nicht fortschicken, schließlich wandten sich die Pfadfinder an Baden-Powell und dieser meinte: "Gebt ihnen die Möglichkeit, sich auf die Pfadfinderstufe vorzubereiten! Sie sollen Wölfe werden, und faßt sie alle zusammen zu Meuten!" Zeichnung Baden-Powells

Die Spielidee

Es ist überliefert, daß Baden-Powell die Grundlage für die Arbeit mit Jüngeren unbedingt mit einer Spielgeschichte verbinden wollte. Als er das "Dschungelbuch" von Rudyard Kipling las, den er aus seiner Militärzeit in Indien kannte, schien dieses Buch besonders als Grundlage für die Altersstufe der 7-11-jährigen geeignet. Die Geschichten aus dem Dschungelbuchg waren spannend und farbig geschrieben und die Tiere sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet, die die Kinder aus ihrer Umwelt kannten.

Für die jüngeren Mädchen suchte er die Geschichte "The Brownies" von Juliane Horatia Ewing aus. "The Brownie" war der schelmische heimische Elf englischer Volkssagen, dessen Vorliebe es war, entnervten Hausfrauen unbehelligt gute Dienste zu erweisen. So, wie der immer hilfreiche Wicht sich gab, so war auch das erziehungsmodell von Baden-Powell für die Mädchen gedacht: Das Leben in der freien Natur und die Vorbereitung auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter.

Überall entstanden Wölflingsgruppen. Nicht selten waren in den Gruppen 30, 40 und sogar bis zu 90 Kinder. Bei den Wölflingen war ein junger Mann Führer und nahm die Rolle des "Akela", dem Leitwolf aus dem Dschungelbuch ein. Die "Brownies" und "Wolf Cubs" bekamen eine eigene Uniform und ein auf den späteren Übergang zu den Girl Guides" bzw "Box Scouts" abgestimmtes Programm wurde entwickelt.

Die Zeit Baden-Powells

Für uns ist heute selbstverständlich, daß Jungen und Mädchen zusammen in die Schule gehen, gemeinsam Sport treiben und in unseren Gruppen zusammenleben. Für die Zeit, in der Baden-Powell lebte, war das alles nicht selbstverständlich. Zwar war sein pädagogisches Konzept des Lernens durch Ausprobieren (learning by doing), kombiniert mit der Begeisterung für das Leben im Freien, um die Jahrhundertwende wirklich neu, wie auch seine Gegner anerkennen mußten. Aber es war eben nicht nur "das große Spiel". Baden-Powell hat immer die erzieherische Wirkung seiner Bewegung gesehen. das Rollenverhalten, das er dabei im Blick hatte, war durch die Verhältnisse seiner Zeit geprägt.