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Eurofax ist der monatliche Informationsbrief der Europaregion. Er wird produziert vom European Scout Office und wird per Fax an alle Mitgliedsverbände der Europäischen Pfadfinderregion und der Europaregion von WAGGGS sowie an andere Stellen verteilt. Diese Textversion wird als ein zusätzlicher Service für Mitglieder verteilt. Eine Vervielfältigung von Artikeln ohne Veränderungen ist erwünscht, aber auf Eurofax als Quelle der Information sollte verwiesen werden.

Eurofax Nr. 73, Oktober 1998

 

Worte des Vorsitzenden

Liebe Freunde, es freut mich, Euch mitteilen zu können, daß inzwischen die endgültigen Entscheidungen über die künftigen Standorte der neuen Europäischen Pfadfinderbüros in Brüssel und Genf getroffen wurden. Ausführliche Informationen über Telefonnummern, postalische Adressen usw. werden an alle Auslandsbeauftragten verschickt, sobald sie endgültig vorliegen. Wir beabsichtigen, daß Faxe und E-Mails nur an eines unserer Büros geschickt werden müssen. Unsere interne Verteilung wird sicherstellen, daß Mitteilungen an die zuständigen Mitglieder des Komitees bzw. die Mitarbeiter weitergeleitet werden, wo immer sie sich aufhalten.

Das Brüsseler Büro wird sich in der Avenue de la Porte de Hal befinden, im gleichen Gebäude wie das neue Europabüro von WAGGGS. Vermieter werden die Scouts et Guides Pluralistes de Belgique sein. Das Europäische Pfadfinderkomitee freut sich besonders darüber, daß sein Wunsch, daß sich beide neuen Brüsseler Büros unter einem Dach befinden, verwirklicht wurde.

Das Genfer Büro wird sich in einem Neubau in der Rue Henri-Christiné befinden, ein paar Straßen entfernt vom Weltpfadfinderbüro, das jedoch von dort zu Fuß erreichbar ist.

Es ist geplant, daß das neue Europäische Pfadfinderbüro in beiden Städten ab dem 01. Dezember geöffnet ist.

Das Geld, das durch den Verkauf des Hauses 299 Avenue Molière in Brüssel eingenommen wurde, wird von der Europäischen Pfadfinderstiftung zum Wohle der Region investiert.

David Bull
Vorsitzender des Europäischen Pfadfinderkomitees

Europe For You!

Vielen Dank an alle, die Rückmeldungen von Teilnehmern am Programm Europe For You! geschickt haben. Der Dank geht auch an diejenigen, die die Bewerbungen für die EuroSteps '99 geschickt haben. Die Daten werden derzeit in die Datenbank eingegeben. Die Broschüre in englisch, französisch und deutsch wird bis zum Monatsende fertiggestellt. Jacqueline Collier sammelt immer noch Berichte, Artikel, Interviews und Auswertungen zu allen Facetten von Europe For You! Schickt deshalb alles zu diesem Thema, was Ihr habt. Das Material wird benutzt, um auf noch breiterer Basis für dieses Programm zu werben.

Gesundheitliche und emotionale Entwicklung Heranwachsender

Das erste Europaseminar zum Thema 'Gesundheitliche und emotionale Entwicklung Heranwachsender' fand vom 19. bis zum 25. September in Budapest statt. Das Seminar brachte 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (zehn Pfadfinderinnen und 17 Pfadfinder) aus 16 verschiedenen Ländern zusammen. Die Teilnehmer kamen aus Belarus, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Israel, den Niederlanden, Portugal, der Slowakei, Spanien, Großbritannien und Jugoslawien. Die Mitglieder des Planungsteams kamen aus Deutschland, Ägypten und Großbritannien. Ziel des Seminars war es, nationale Verbände zu ermutigen, Fragen der gesundheitlichen und emotionale Entwicklung sowohl in ihre Jugendprogramme für 12 bis 16jährige, als auch in ihre Konzepte für Leiterschulungen aufzunehmen. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Erziehungsmaterial, Forschungsergebnisse oder Projekte, die sie in ihren eigenen Ländern durchgeführt haben, vorzustellen. Sie konnten Fallstudien über erfolgreiche Projekte in der Europäischen und der Arabischen Pfadfinderregion diskutieren, Erziehungsziele formulieren, Aktivitäten planen, konnten Schulungseinheiten skizzieren und mit kreativen Methoden wie interaktivem Theater und Collagen experimentieren. Die Teilnehmer hatten das Gefühl, daß nur wenige Verbände unserer Region (wenn überhaupt irgendein Verband) den Bedürfnissen der gesundheitlichen und emotionalen Entwicklung Heranwachsender genug Aufmerksamkeit schenken bzw. ihre Leiter mit den notwendigen Kenntnissen ausrüsten, um einfühlsam und vertrauensvoll mit derartigen Bedürfnissen umgehen zu können. Die Leiter wissen nach Ansicht der Teilnehmer nicht, wo sie Rat und Hilfe erhalten können. Es wurde vorgeschlagen, daß die Verbände ein Mitglied ihres Programmteams oder ihres Teams, das für die erwachsenen Mitarbeiter zuständig ist, verantwortlich damit zu beauftragen, Wege zu finden, wie die Arbeit auf diesem Gebiet verstärkt werden kann. Ferner wurde vorgeschlagen, daß Bemühungen unternommen werden, Partnerschaften zu entwickeln zwischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden, Gesundheitsexperten, Beratern, zuständigen Ministerien und regierungsunabhängigen Organisationen, die sich auf das Gebiet der gesundheitlichen und/oder emotionalen Entwicklung Heranwachsender spezialisiert haben. Der Bericht des Seminars wird detaillierte Empfehlungen für die nationalen Verbände enthalten.

Arbeitsgruppe 'Erwachsene Mitarbeiter'

Die neue Arbeitsgruppe 'Erwachsene Mitarbeiter' hatte vom 25. bis zum 27. September in Genf ihr erstes Treffen. Aufgabe dieser Arbeitsgruppe ist es, das Europäische Pfadfinderkomitee bei der Umsetzung des Europäischen Pfadfinderplans für die Jahre 1999 bis 2007 zu unterstützen. Hierbei geht es insbesondere um Teil 3: 'Die Erwachsenen, die wir brauchen.' Die Gruppe wird geleitet von Thérèse Bermingham und setzt sich zusammen aus Jean-Christoph Carner-Chabran (Frankreich), Damian O'Connor (Irland), Tomas Rehak (Tschechische Republik), Ivo Stajdohar (Slowenien) und Kjeld Jespersen (Europäisches Pfadfinderbüro). Philippe Pijollet, Direktor für Erwachsene Mitarbeiter im Weltpfadfinderbüro, nahm ebenfalls an der Sitzung teil. Hauptpunkt der Tagesordnung war es, wie die Arbeit der Region zum Thema 'Erwachsene Mitarbeiter' während des laufenden Zeitraums von drei Jahren organisiert werden kann. Priorität haben die Förderung des Ideen- und Erfahrungsaustauschs zwischen nationalen Verbänden, wobei verschiedene Kommunikationsmittel wie Seminare, Treffen und elektronische Kommunikation benutzt werden sollen. Die Gruppe plante das Europäische Forum über Jugendprogramme und erwachsene Mitarbeiter, das im Mai 1999 stattfinden soll. Diese Veranstaltung (näheres findet sich in 'Seminare und Veranstaltungen 1999') wird die Teilnehmer in die Lage versetzen, sich neue Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen und Erfahrungen auf dem Gebiet der erwachsenen Mitarbeiter auszutauschen. Die Einladung wird mit dem Europak des Monats November verschickt.

Arbeitsgruppe 'Jugendprogramm'

Das erste Treffen der neuen Arbeitsgruppe 'Jugendprogramm' fand vom 11. bis zum 13. September im Gilwell Park in Großbritannien statt. Aufgabe dieser Arbeitsgruppe ist es, das Europäische Pfadfinderkomitee bei der Umsetzung des Europäischen Pfadfinderplans für die Jahre 1999 bis 2007 zu unterstützen. Hierbei geht es insbesondere um Teil 2: 'Ein besseres Pfadfindertum für noch mehr junge Menschen'. Die Gruppe wird geleitet von George Hourdakis und setzt sich zusammen aus Jean-Pierre Darimont (Belgien), Björn Seelbach (Deutschland), Abderrahmen Vaz (Frankreich), Andrew Wilson (Großbritannien) und Jacqueline Collier (Europäisches Pfadfinderbüro). David Bull, Vorsitzender des Europäischen Pfadfinderkomitees, nahm ebenfalls an der Sitzung teil. Hauptpunkt der Tagesordnung war der erneuerte Programmansatz (Renewed Approach to Programme RAP) und die Frage, wie man die nationalen Verbände am besten dabei unterstützen kann, ihre Jugendprogramme zu verbessern. Die Gruppe erarbeitete Einstiegsfragen für jede Stufe des RAP-Prozesses, um die Diskussion innerhalb der nationalen Verbände anzuregen. Weiterhin wurden neue Hilfsmittel erkannt, die zur Vervollständigung des RAP-Benutzerhandbuchs entwickelt werden müssen. Es wurden Vorschläge zur Verbesserung der Webseiten zum Thema Jugendprogramm gemacht und Vorschläge, wie der Netzwerkgedanke zwischen den nationalen Programmteams gefördert werden kann. Die Gruppe stellte Themen für die nächste Ausgabe des RAP-Rundbriefs zusammen und dachte über Pläne für das Europäische Forum über Jugendprogramme und erwachsene Mitarbeiter und einige andere Veranstaltungen auf der Ebene unterhalb der Region nach. Hauptziel dieser Veranstaltungen soll es sein, die nationalen Verbände zu ermutigen, ihre Erfahrungen und ihre Erziehungsmaterialien auszutauschen und Beiträge für den Pfadfinderplan zu liefern. Andere Themen, die kurz gestreift wurden, waren Europe For You! und Land der Abenteuer. Dies wird das Hauptthema der nächsten Sitzung sein. Ein ausführlicherer Bericht findet sich im nächsten RAP-Rundbrief, der in Kürze geschrieben wird.

Die Friedenskreuzfahrt - Förderung von Frieden und Aussöhnung im Mittelmeerraum

Das Projekt Friedenskreuzfahrt zielt darauf ab, 100 junge Vermittler und Unterhändler im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die aus Mittelmeeranrainerländern kommen, zum Thema Frieden und Konfliktbewältigung zu schulen. Diese 'Friedensmatrosen' werden an Bord der Zawisza Czarny (der Schwarze Ritter) geschult, einem 36m langen Dreimaster. Dieses Segelschiff gehört dem polnischen ZHP. Als Fischerboot 1952 in Gdansk gebaut, wurde es 1965 und 1980 umgebaut und modernisiert und hat mehr als 15000 junge Menschen an Bord willkommen geheißen. Es ist im Baltischen Meer und der Nordsee gesegelt, zu den Kanarischen Inseln, nach Kanada, in die Vereinigten Staaten und auf die Bahamas.

Vier zehntägige Seminare finden im August und September 1999 an Bord statt, während das Schiff von Alexandria in Ägypten nach Piräus in Griechenland segelt und unterwegs Gaza, Haifa, Beirut, Limassol, Famagusta und Istanbul besucht. Dadurch, daß die jungen Teilnehmer an jedem Aspekt des täglichen Lebens auf dem Schiff beteiligt sind, erhalten sie ein tiefergehendes Verständnis der Umwelt des Meeres, von den Winden und den Gezeiten. Einige werden sogar lernen müssen, wie man nach den Sternen segelt!

Jeder wird die Möglichkeit haben, beim Landgang Zeit zu finden, um die örtliche Kultur kennenzulernen. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden werden Ausstellungen, Shows und andere Aktivitäten arrangiert, die zeitlich mit dem Besuch der Friedenskreuzfahrt zusammenfallen. Zur Teilnahme an diesen 'Friedensveranstaltungen', die jedes der sieben Länder und Territorien organisiert, die von dem Boot besucht werden, wird jeweils zu einer großen Beteiligung von Jugendlichen aufgerufen, um deren Verpflichtung für Frieden, Aussöhnung und Entwicklung zu zeigen.

Die Friedenskreuzfahrt wurde geplant und realisiert von der Weltorganisation der Pfadfinderbewegung mit Unterstützung der Europäischen Union, des Nordsüd-Zentrums des Europarats und der UNESCO, in Partnerschaft mit dem Europäischen Jugendforum und unter der Schirmherrschaft von Jacques Santer, dem Präsident der Europäischen Kommission. Die Teilnehmer werden ausgewählt von Jugendorganisationen, die Mitglied des Europäischen Jugendforums oder seiner Partner sind.

Für weitere Informationen schicke bitte eine E-Mail an peace.cruise@euro.scout.org oder nimm Kontakt mit dem Europäischen Pfadfinderbüro auf.

Die Frage 2000

Da sich das Jahr 2000 nähert, ist es möglicherweise an der Zeit für junge Menschen, zurückzuschauen und gemeinsam über ihre Zukunft nachzudenken. Europa erlebt eine Periode des Wandels, und es sind die jungen Menschen, die diese Zukunft leben und gestalten werden. Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet einen internationalen Jugendwettbewerb unter der Schirmherrschaft von seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama. Um an diesem Wettbewerb teilzunehmen, sind junge Menschen, die nach dem 31.12.71 geboren sind, eingeladen, eine kurze aber signifikante Frage über die Zukunft einzureichen. In einem kurzen ergänzenden Text soll erklärt werden, warum die Frage wichtig für sie ist. Eine internationale Jury wird acht der eingereichten Fragen auszeichnen, und die ausgewählten Fragen werden die grundlegenden Themen für verschiedene internationale Treffen von jungen Menschen aus mindestens 15 verschiedenen europäischen Ländern sein. Diese Treffen finden im nächsten Jahr in Weimar in Deutschland statt. Weimar ist 1999 Europäische Kulturhauptstadt. Eingangsschluß für Wettbewerbsbeiträge ist der 10. November 1998. Weitere Informationen gibt es in englisch, französisch, deutsch und russisch bei der Heinrich-Böll-Stiftung (Tel: +49.30/285 34 381 Fax: 49.30/285 34 308 Email: Scheurich@Boell.de).

Informelle Netzwerke

Wer Interesse daran hat, an der nächsten Sitzung des Nordsüd- und des Overture-Netzwerks in Bern in der Schweiz vom 23. bis zum 25. Oktober teilzunehmen, sollte sich umgehend und direkt bei der Pfadibewegung Schweiz unter der Faxnummer +41.31/328 05 49 anmelden. Eine Anmeldung ist auch über das World Wide Web unter http://www.pbs.ch/internationales/network98.html möglich.

Übersetzt von Kai Driesch (Kai_Driesch@compuserve.com) - VCP

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